Informationsverlust

Informationsverlust


Die Quizshows in Deutschlands Fernsehsendern bringen es an den Tag: Immer
größer wird die Informationsflut,
aber die Leute werden immer blöder. Im Übermaß der Fakten, Fakten, Fakten
wächst die Zahl der Abgekackten.
Ganz offensichtlich hält unser Gehirn mit dem fetten Überangebot an Namen,
Nachrichten und Nonsens nicht Schritt.

Erste Anzeichen

Längere Texte werden nicht mehr gelesen, sondern überflogen, gleichgültig,
ob sie per Buch, Zeitung oder Fax zum
Empfänger gelangen. Akustische Botschaften werden nicht mehr gehört,
sondern erahnt, visuelle Signale nicht gesehen,
sondern geglotzt. Durch die maximal verstopften und überfütterten Kanäle
unserer Aufnahmeorgane gehen bei der
Übermittlung maximierter Datenmengen zunehmend Bits verloren. Anfangs ganz
kleine, so wie der drittletzte Buchstabe
des Abc in diesem Absatz. Das macht ni. Fast ni. Aber bald erscheint es,
als würden weitere Teile des Alphabets fehlen.
Das beginnt ganz allmählich. Zunäcst wirkt es wie ein Scerz, ein
Scabernack der Rectscreibreform. Ein einzelner Bucstabe,
ein läcerlices Secsundzwanzigstel des allgemeinen Verständigungssystems Â-
was mact das scon? Nac kürzester Zeit, so
etwa am Ende des Abscnitts einer gewönlicen Zeitscriftenkolumne hat man
sic bereits damit abgefunden und kompensiert
das Felende, so gut es get. Doc das ist ja gerade das Teuflisce daran. Es
ist wie verhet.

Die Bedroung

Wie weit kann das geen? Wann werden die Aussetzer bedrolic? Wann greift
der Sclendrian auf wirklic lebenswictige
Funktionen unserer Gesellscaft über? Ab welcem Punkt sind die
Sicereitssysteme betroffen? Das Sclimmste daran ist
die Gewönung. Kaum at man sic abgefunden mit den systematisc auftretenden
Felern, da taucen mitten im Saz vielleic
scon neue auf. Wo vorer noc was war, da is plözlic gar nics mer.

Gegenmaßnamen

Was un? Wie bekomm man die Menscen dazu, wieder sorgfälig zu lesen und auf
Eakhei zu acen? Kommunizier mer mi
Bildern, rufen mance. Aber ier is das gleice Pänomen zu beklagen:
Komprimierung, Reduzierung. Farbe und Bewegung
anselle von vernünfiger Informaionsübermillung. Auc die Soundfiles werden
verkleiner, was das Zeug häl. Klar, noc
erkennen wir was, können die Informaion aufnemen. Aber wie lange noc? Was
komm nac JPG und MPEG. Wann kipp
der näcse Bucsabe aus dem Alpabe?

Geirnraining

Es is doc offensiclic: Wir aben die Botscaf noc nic versanden. Die Lösun
lie nic in der Tecnic, sondern bei uns! Um die
Informaionsflu verarbeien zu können, braucen wir nic sorfäliere Redakionen
oder opimiere Felerkorrekur, sondern eübere
eirne! Verbesserun unseres eäcnisses! Es lie nic am Sysem, sondern am
Kopf!

Überflüssikei, Redundanz, Vervielfacun ...

Und wir braucen redundanere Infomaionen. u is uns nic u enu! Wenn das
kleine Kind nic hör, muss es die Mama eben
zweimal saen. Oder dreimal. Immer wieder. Ein kluer Einwand daeen laue:
Dann wird der Informaionsüberfluss ja noc
größer. Clever beobace. Simm. Rici. Korrek. Kapier. enau so muss es
laufen: Fünfmal das leice saen, und dann kapier
mans doc noc. Dann können rui noc mer Besandeile des Alpabes wefallen. ann
arf muner weierreuzier weren.
Wenn 5 von 26 Bucsaben felen (so wie jez), ann sin as erae mal 19 Prozen.
6 können ir auc noc verkrafen. 7 können
ann eienlic auc kein gröere Problem ein, oer? Klar, früer oder päer ir e
ann irklic cieri, kniffli, alo problemaic. Aber nur,
eil ir noc nic o eüb in, noc nic aureicen rainier, nic fi enu. Veranen?
Beriffen? Capio? Na prima.
illkommen in er Zukunf!